Asyl bedeutet für uns oft nur ein kompliziertes rechtliches und bürokratisches Verfahren. Obwohl die Problematik in den Medien stets präsent scheint, könnte sie im Bild der Stadt nicht unsichtbarer sein. Der Mannheimer Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano will das ändern. Die Begegnung mit einem Betroffenen (siehe www.morgenweb.de/mannheim/stadtteile/arbeit-ware-das-schonste-geschenk-1.1208515) brachte ihn auf die Idee, die Einwohner Mannheims auf die Asylproblematik ihrer Stadt aufmerksam zu machen. Er will den Menschen ein Gesicht, ihren Geschichten eine Fläche geben. Luigi Toscano begibt sich aus dem klassischen Ausstellungsraum in den öffentlichen Raum, um ein breiteres und auch zufälliges Publikum für dieses brisante Thema zu finden. Er wird auf den Fenstern der Alten Feuerwache großformatige Portraits der Gesichter von Asylsuchenden projizieren. So wird die Fassade der Alten Feuerwache zum Spiegelbild der Menschen, die in Mannheim Asyl beantragt haben und sich derzeit in einer Asylbewerber-Unterkunft im Norden Mannheims befinden. Die Gesichter sollen das Thema Asyl in die Mitte der Stadt rücken, sollen berühren und auffallen und auch für zufällige Passanten sichtbar werden. Für die Menschen, die an der Installation vorbei kommen, wird sich die Frage stellen: Erkennen wir vielleicht Gesichter? Kennen wir Geschichten dahinter? Welches Bild haben wir von einem Flüchtling vor Augen?