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Der Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano ist ein Spätberufener mit bewegter Vergangenheit. Als Dachdecker, Türsteher und Fensterputzer erlebte der Sohn italienischer Gastarbeiter seine Umwelt aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Dass sich daraus eine künstlerische Laufbahn entwickelt ist ungewöhnlich. Für Luigi Toscano aber war es eine Notwendigkeit, denn die vielen Visionen und Geschichten in seinem Kopf müssen geteilt und erzählt werden. Mit der Fotografie kann Toscano seine Sicht der Dinge festzuhalten und auf ein Medium bannen. So wird er zu seinem eigenen Lehrer und bringt sich die technischen und handwerklichen Fertigkeiten eines Fotografen einfach selbst bei.

In seinen frühen Arbeiten konzentriert sich der Autodidakt überwiegend auf die Betrachtung und Darstellung unbewegter Szenen und Objekte. Mit wachsendem Selbstvertrauen aber wird der Mensch zum Mittelpunkt seiner Bilder. Luigi Toscano lässt sich dabei von Respekt und Demut leiten– zwei altmodisch klingende Tugenden, die ihn als Mensch bereits lange begleiten.
 
Luigi Toscano begibt sich aus dem klassischen Ausstellungsraum in den öffentlichen Raum, um ein breiteres und auch zufälliges Publikum für dieses brisante Thema zu finden. So wird die Fassade der Alten Feuerwache zum Spiegelbild der Menschen, die in Mannheim Asyl beantragt haben und sich derzeit in einer Asylbewerber-Unterkunft im Mannheimer Norden befinden. Die Gesichter sollen das Thema Asyl in die Mitte der Stadt rücken, sollen berühren und auffallen und auch für zufällige Passanten sichtbar werden.

 

 
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Asyl bedeutet für uns oft nur ein kompliziertes rechtliches und bürokratisches Verfahren. Obwohl die Problematik in den Medien stets präsent scheint, könnte sie im Bild der Stadt nicht unsichtbarer sein. Der Mannheimer Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano will das ändern. Die Begegnung mit einem Betroffenen (siehe www.morgenweb.de/mannheim/stadtteile/arbeit-ware-das-schonste-geschenk-1.1208515) brachte ihn auf die Idee, die Einwohner Mannheims auf die Asylproblematik ihrer Stadt aufmerksam zu machen. Er will den Menschen ein Gesicht, ihren Geschichten eine Fläche geben. Luigi Toscano begibt sich aus dem klassischen Ausstellungsraum in den öffentlichen Raum, um ein breiteres und auch zufälliges Publikum für dieses brisante Thema zu finden. Er wird auf den Fenstern der Alten Feuerwache großformatige Portraits der Gesichter von Asylsuchenden projizieren. So wird die Fassade der Alten Feuerwache zum Spiegelbild der Menschen, die in Mannheim Asyl beantragt haben und sich derzeit in einer Asylbewerber-Unterkunft im Norden Mannheims befinden. Die Gesichter sollen das Thema Asyl in die Mitte der Stadt rücken, sollen berühren und auffallen und auch für zufällige Passanten sichtbar werden. Für die Menschen, die an der Installation vorbei kommen, wird sich die Frage stellen: Erkennen wir vielleicht Gesichter? Kennen wir Geschichten dahinter? Welches Bild haben wir von einem Flüchtling vor Augen?